Sonntag, 3. Oktober 2010

Das Ende

Viel zu erzählen gibt es nicht. Der Flughafen auf Koh Samui ist recht klein und schön. Überall befinden sich kleine Blumenbeete und Teiche, die Wartebereiche bestehen aus gemütlichen Sofas, Kuschelecken und weichen Liegen mit Blick auf die Landebahn. Alles unter einem großen Bambusdach, Fenster und Türen gibt es nicht. Daher ist‘s auch ein wenig laut wenn ein Flieger startet, aber das hat Atmosphäre. Als wir heute Mittag wieder in Bangkok waren, ging es nur kurz zur Khao San Road, die letzten thailändischen Baht unters Volk bringen. Wir gönnten uns eine letzte Fußmassage am Abend und gehen nun aufgeregt ins Bett. 7 Wochen in Südostasien nehmen ihr Ende und wir sind froh bald wieder im heimischen Deutschland zu sein. Wir haben viel gesehen sowie gute und schlechte Erfahrungen gemacht. Wir bereisten mit Laos ein Land, welches nie aktiv in einem Krieg beteiligt war, aber zu den Ländern mit den meisten Blindgängern zählt (dank dem Vietnamkrieg), wir durchquerten drei Wochen lang die Sozialistische Republik Vietnam welche immer stärker vom kapitalistischen Tourismus geprägt wird, uns aber sehr gut gefallen hat. Weiter ging die Reise in eines der vermintesten Länder der Erde, dessen Tourismus größtenteils noch schläft, aber mit seinem Potenzial in den kommenden Jahren große Zuwächse erfahren wird. Die Armut in Kambodscha war sehr ausgeprägt, aber dies ist auch kaum anders zu erwarten, nur zwölf Jahre nach dem Kriegsende. Wir überstanden die Megastadt Bangkok mit ihrem hektischen Treiben auf den Straßen und kehren nach einer Urlaubswoche auf Koh Samui ins kalte Deutschland zurück. Wir freuen uns auf Bäckereien, das eigene Bett, die elektrische Zahnbürste, die Produktauswahl in den Supermärkten und vor allem die Sauberkeit unserer Städte. Und auf gute Schokolade! Reis wird dieses Jahr so schnell nicht mehr angefasst, davon hatten wir nun genug. Zum Schluss noch eine kleine Auflistung der Distanzen die wir in den vergangenen 7 Wochen zurück gelegt haben.
20.440 km mit dem Flugzeug
4.122 km mit dem Bus
317 km mit dem Taxi
173 km mit dem Tuk Tuk
94 km mit dem Roller
22 km mit dem Boot
10km mit dem Fahrrad
Zusammen also 25.178 km, sowie unzählige Kilometer zu Fuß.

Freitag, 1. Oktober 2010

Nichts neues von der Insel

Hier gibts nichts neues. Wenns nicht regnet liegen wir auf der Liege, Sonnen uns, lesen und planschen im Pool. Heute haben wir uns dazu noch eine Stunde massieren lassen. Nach der Massage fühlten wir uns wie neu geboren. Da bei unserem Paket zwei Massagen inbegriffen waren, mussten wir folglich nichts für die heutige Stunde himmlische Entspannung bezahlen. Zudem haben wir heute noch eine RIESEN HEUSCHRECKE direkt hinter uns gehabt. Das Vieh war einfach nur unglaublich groß. Morgen entspannen wir dann ein letztes mal bei Wolken, Regen und Sonnenschein und melden uns aus Bangkok wieder.

Mittwoch, 29. September 2010

Verlockender Strand

Die letzten zwei Tage war endlich mal gutes Wetter auf Koh Samui. Zwar regnete es am Dienstag nochmal ein Stundchen, aber den Rest des Tages sowie den gesamten Mittwoch konnten wir bei Wolken und Sonnenschein genießen. Dadurch wurden wir auch ein wenig braun. Geholfen hat dabei aber auch das Roller fahren. Wir mieteten uns für 24 Stunden einen Motoroller und umkurvten einmal die Insel (rund 55 km) und wanderten ein kleines Stück durch den Wald um uns einen Wasserfall anzugucken (den wir nicht sahen). Heute früh ging es dann noch mit dem Roller zu einem 20km entfernten Superstrand. Die in der Bucht gelagerten Felsen ähneln sehr den für die Seychellen typischen Steine. Das Wasser war super klar und schimmerte türkis und dunkelblau. Der nahezu unsichtbare Strand (da verdeckt durch 4 Resorts) ist vor allem bei Thailändern sehr beliebt, heute allerdings wurde er nur von wenigen Touristen bevölkert. Sonst gibts nicht viel zu erzählen. Wir ruhen uns die Tage über fein am,im und um den Pool aus und laufen ab und zu mal an unserem Strand entlang. Die Bilder sprechen für sich.

Montag, 27. September 2010

Verregnetes Ende

Am Sonntag hieß es mal wieder früh aufstehen, denn um 6uhr fuhr unser Taxi zum Flughafen. Nach knapp 50 Minuten landete unser Flieger im warmen und wolkenverhangenen Koh Samui. Unser Resort macht einen guten und gepflegten Eindruck, das Zimmer allerdings ist sehr klein. Wären wir mit Schalenkoffern gekommen, könnten wir diese gar nicht öffnen ohne dabei das Bett zu berühren. Unser Badezimmer befindet sich unter freiem Himmel, ganz nett, aber Nachts ein kleiner Nachteil wenn man das Licht anmacht und die Mücken kommen. Der Strand an dem wir uns befinden ist angeblich der Schönste der Insel, leider ist unser Strandabschnitt allerdings nicht so fein wie wir ihn uns vorgestellt haben. Der Wasser ist sehr trüb, es gibt keine schattigen Plätze und in der Nähe verlaufen mehrere kleine Flüsse die nicht sehr appetitlich aussehen. Die unten gezeigten Fotos sind nicht von unserem Abschnitt, sie wurden ca. 20 Fußminuten entfernt gemacht. Leider wir die ersten zwei Tage kaum genießen, denn es ist ständig bewölkt und es regnet des öfteren. Die Wettervorhersage für die kommenden Tage sieht weniger positiv aus, daher ist die Stimmung ein wenig getrübt. Ursprünglich wollten wir die letzte Woche unserer großen Reise zum entspannen am Strand bei Sonne und Palmen nutzen, nun müssen wir größtenteils die Zeit im Resort absitzen, lesen, Kniffel spielen oder surfen. Der geplante Ausflug auf die Nachbarinsel Koh Tao zum Schnorcheln wird wohl auch ins Wasser fallen.
Wir melden uns die Tage dann wieder, wenn es was neues geben sollte.

Rundreise beendet

Freitag morgen um 8 ging es los. 4 Stunden bis zur thailändischen Grenze, 2 Stunden rumstehen, warten, Grenzformalitäten regeln und wieder warten. 33 Kg Gepäck auf den Schultern, die Sonne brannte auf uns nieder und die Grenzbeamten waren extrem langsam. Tierisch gestresst vom dem ganzen Prozedere fuhren wir dann weitere 4 ½ Stunden nach Bangkok, in einem Minibus. Beinfreiheit = 0. Insgesamt waren wir für die 417km fast 11 Stunden unterwegs. Als wir im Dunkeln ankamen, checkten wir nur noch ins Hotel ein, gingen in ein Restaurant und schliefen früh ein. Damit haben wir auch unsere letzte Busfahrt hinter uns, die Rundreise durch Südostasien ist beendet und 4.211 km Busfahrt liegen in unseren Knochen. Jetzt geht’s nur noch ne Woche an den Strand und dann ab ins kalte Deutschland.
Den Samstag verbrachten wir größtenteils recht faul im Hotel. Ein Gewitter hatte unserem Plan, zum Wat Arun zu gehen, einen Strich durch die Rechnung gemacht. Somit spielten wir Kniffel und gingen nach Ende des Regens ein wenig in unserem Viertel herum. Dabei kaufte ich mir Aufnäher von 16 Ländern die ich in den letzten 20 Monaten bereist habe, welche ich mir dann (bzw. Mutti) auf den neuen Reiserucksack nähen will, wenn ich mir für die nächste Reise einen zulege. Der jetzige wird diese Reise gerade noch bestehen, aber für die nächste ist er zu Altersschwach. Abends haben wir uns noch gemütlich die Füße massieren lassen und wieder den Rucksack gepackt. Sonntag um 5.45 holt uns ein Minibus ab, der uns zum Flughafen bringt. Dann geht’s in den Flieger und auf die Insel Koh Samui. Wir melden uns dann wieder aus der Hängematte am Strand.

Sascha

Donnerstag, 23. September 2010

Tiere Tempel Tonnen

Gestern morgen ging es schon früh raus. Um 5 Uhr fuhren wir zum Tempel Angkor Wat um uns den Sonnenaufgang anzugucken. Doch leider verdeckte der wolkenbehangene Himmel die Sonne, so dass es einfach nur hell wurde, ohne die Sonne zu sehen. Enttäuscht ging es dann zurück ins Hotel zum Frühstück. Danach fuhren wir zum 40km entfernten Banta Srey Tempel. Vorbei an zahlreichen Dörfern und Reisfeldern erreichten wir die weitläufige Anlage nach einer Stunde. Der Tempel an sich ist recht interessant und detailliert, für uns allerdings waren die dort vorzutreffenden Tiere interessanter. Wir liefen auf einem von Bäumen überdachten Weg und Jule lief unbeirrt voraus, ich hinterher. Plötzlich bleibe ich stehen, denn knapp über meinem Kopf hat eine riesige Spinne ihr Netz! Die Beine lang, dünn und leicht schwarz glänzend, der Körper gelb und oval. Gesamt betrachtet größer als eine Untertasse. Stark gebückt und rennend konnte ich Jule dann einholen und ihr berichten, was ihrem Auge vorbehalten blieb. Doch dann mussten wir wieder stehen bleiben. Eine Schlange blockierte den Weg. Relativ klein, vielleicht 60-70 cm lang, aber angeblich lebensgefährlich wie man uns sagte. Nach uns kamen ein paar einheimische Kinder die ebenfalls die Schlange entdeckten. Gemeinsam blickten wir auf das gekringelte Tier. Nach Geschrei der Kinder kamen noch zwei junge Erwachsene auf ihren Rollern. Nun guckten wir zu sechst. Dann nahm der kleine Junge einen Stock, nahm Maß, warf und traf die Schlange. Nach kurzem Warten nahm einer der Erwachsenen einen Stock um zu testen ob das Ding noch lebt. Augenscheinlich war es tot. Nach der Entsorgung konnten alle ihren Weg weiter gehen. Wir für unseren Teil fuhren zurück und machten einen Zwischenstopp im Landminenmuseum. Der Gründer - er vermutet er wurde 1970 geboren, weiß es aber nicht - wurde im Alter von 10 Jahren Kindersoldat der Roten Khmer und musste tausende Landminen auslegen. Als die vietnamesischen Streitkräfte kamen, ging er zu ihnen über und musste die selbstgelegten aufspüren und entschärfen. Und so hat er in den letzten Jahrzehnten rund 50.000 Landminen entschärft. Ohne Schutzkleidung und technische Hilfsmittel! Nur mit einem Messer und einer Zange ausgerüstet wollte er seine Bevölkerung vor dem Leid der Verstümmelung und dem Tod bewahren. Heute darf er offiziell nicht mehr entschärfen, da dies nun gut ausgestattete ausländische Spezialeinheiten machen, aber er wird noch des öfteren für Hilfestellungen und Meinungen hinzu gezogen. Sein Museum ist zugleich eine kleine Auffangstation für Kinder deren Eltern durch Minen oder Krankheiten ihr Leben verloren, oder Kinder sie selbst Opfer von Minen wurden. Eine Info-Tafel mit Lebenslauf und Bild zeigt einem die vielen tragischen Schicksale, die jetzt mit Hilfe des Museums Hoffnung auf ein besseres Leben bekommen. Neben vielen aufgestellten Fundstücken und Hinweistafeln konnte man ein Video sehen, dass den Gründer bei seiner Arbeit zeigt. Weltweit gibt es noch rund 110 Millionen Landminen, bis zu 6 Millionen davon liegen noch in Kambodschas Erde. Diese Tatsache macht Kambodscha zu dem am stärksten verminten Land der Welt. Weltweit tritt alle 20-30 Minuten ein Mensch auf eine Landmine, 75 % davon sind Kinder. Nach dem Museumsbesuch ging es wieder zu den Tempeln, allerdings war unser Hirn schon so müde von den vielen Anlagen, das wir früh beschlossen wieder zum Hotel zu fahren um was zu essen. Irgendwann hat man die Nase einfach voll von Tempeln  Den Rest des Tages haben wir entspannt.
Heute, dem letzten Tag in Kambodscha, gingen wir zum lokalen Markt und kauften ein paar T-Shirts sowie Lebensmittel für die anstehende Busfahrt nach Bangkok. Mittags aßen wir wie schon am Vortag im „Tell Restaurant“, einem Restaurant mit deutschen und schweizerischen Speisen. Für uns hieß das Schnitzel und Schweinebraten mit Semmelknödel und Rotkohl. Die Portionen waren sehr groß und gar nicht mal so teuer. Umgerechnet 4 Euro für ein super leckeres Riesenschnitzel mit Pommes – da kann man nicht meckern. Satt und glücklich gingen wir zum Hotel zurück und verbrachten den restlichen Tag bei Würfelspielen, Lesen, surfen und Kreuzworträtseln.
Morgen geht die Reise weiter ins 9 Stunden westlich gelegene Bangkok. Wir verlassen ein armes, aber sehr interessantes Land. Siem Reap und die Anlagen von Angkor haben uns hier am besten gefallen, dennoch sind wir froh nun langsam Richtung Ferieninsel Koh Samui aufzubrechen.
Unten noch eine kleine Bildserie der Schlangengeschichte sowie eine kambodschanische Tankstelle. Zwei Fässer mit Benzin und Super sowie einer Pumpfunktion. Ein anderes Bild zeigt ein Verkehrsschild – mit einem Rentier/Hirsch drauf. Auf die Frage ob es diese Tiere hier gebe, meinte unser Tuktukfahrer, dass dies als Warnung für Affen diene, aber es eben kein „Vorsicht, Affen“-Straßenschild gibt, also nahm man das Wildtier.




Die lebende Schlange:


Kind sieht Schlange:


Kind sucht Stock:


Kind tötet Schlange:


Schlange tot: