Donnerstag, 23. September 2010

Tiere Tempel Tonnen

Gestern morgen ging es schon früh raus. Um 5 Uhr fuhren wir zum Tempel Angkor Wat um uns den Sonnenaufgang anzugucken. Doch leider verdeckte der wolkenbehangene Himmel die Sonne, so dass es einfach nur hell wurde, ohne die Sonne zu sehen. Enttäuscht ging es dann zurück ins Hotel zum Frühstück. Danach fuhren wir zum 40km entfernten Banta Srey Tempel. Vorbei an zahlreichen Dörfern und Reisfeldern erreichten wir die weitläufige Anlage nach einer Stunde. Der Tempel an sich ist recht interessant und detailliert, für uns allerdings waren die dort vorzutreffenden Tiere interessanter. Wir liefen auf einem von Bäumen überdachten Weg und Jule lief unbeirrt voraus, ich hinterher. Plötzlich bleibe ich stehen, denn knapp über meinem Kopf hat eine riesige Spinne ihr Netz! Die Beine lang, dünn und leicht schwarz glänzend, der Körper gelb und oval. Gesamt betrachtet größer als eine Untertasse. Stark gebückt und rennend konnte ich Jule dann einholen und ihr berichten, was ihrem Auge vorbehalten blieb. Doch dann mussten wir wieder stehen bleiben. Eine Schlange blockierte den Weg. Relativ klein, vielleicht 60-70 cm lang, aber angeblich lebensgefährlich wie man uns sagte. Nach uns kamen ein paar einheimische Kinder die ebenfalls die Schlange entdeckten. Gemeinsam blickten wir auf das gekringelte Tier. Nach Geschrei der Kinder kamen noch zwei junge Erwachsene auf ihren Rollern. Nun guckten wir zu sechst. Dann nahm der kleine Junge einen Stock, nahm Maß, warf und traf die Schlange. Nach kurzem Warten nahm einer der Erwachsenen einen Stock um zu testen ob das Ding noch lebt. Augenscheinlich war es tot. Nach der Entsorgung konnten alle ihren Weg weiter gehen. Wir für unseren Teil fuhren zurück und machten einen Zwischenstopp im Landminenmuseum. Der Gründer - er vermutet er wurde 1970 geboren, weiß es aber nicht - wurde im Alter von 10 Jahren Kindersoldat der Roten Khmer und musste tausende Landminen auslegen. Als die vietnamesischen Streitkräfte kamen, ging er zu ihnen über und musste die selbstgelegten aufspüren und entschärfen. Und so hat er in den letzten Jahrzehnten rund 50.000 Landminen entschärft. Ohne Schutzkleidung und technische Hilfsmittel! Nur mit einem Messer und einer Zange ausgerüstet wollte er seine Bevölkerung vor dem Leid der Verstümmelung und dem Tod bewahren. Heute darf er offiziell nicht mehr entschärfen, da dies nun gut ausgestattete ausländische Spezialeinheiten machen, aber er wird noch des öfteren für Hilfestellungen und Meinungen hinzu gezogen. Sein Museum ist zugleich eine kleine Auffangstation für Kinder deren Eltern durch Minen oder Krankheiten ihr Leben verloren, oder Kinder sie selbst Opfer von Minen wurden. Eine Info-Tafel mit Lebenslauf und Bild zeigt einem die vielen tragischen Schicksale, die jetzt mit Hilfe des Museums Hoffnung auf ein besseres Leben bekommen. Neben vielen aufgestellten Fundstücken und Hinweistafeln konnte man ein Video sehen, dass den Gründer bei seiner Arbeit zeigt. Weltweit gibt es noch rund 110 Millionen Landminen, bis zu 6 Millionen davon liegen noch in Kambodschas Erde. Diese Tatsache macht Kambodscha zu dem am stärksten verminten Land der Welt. Weltweit tritt alle 20-30 Minuten ein Mensch auf eine Landmine, 75 % davon sind Kinder. Nach dem Museumsbesuch ging es wieder zu den Tempeln, allerdings war unser Hirn schon so müde von den vielen Anlagen, das wir früh beschlossen wieder zum Hotel zu fahren um was zu essen. Irgendwann hat man die Nase einfach voll von Tempeln  Den Rest des Tages haben wir entspannt.
Heute, dem letzten Tag in Kambodscha, gingen wir zum lokalen Markt und kauften ein paar T-Shirts sowie Lebensmittel für die anstehende Busfahrt nach Bangkok. Mittags aßen wir wie schon am Vortag im „Tell Restaurant“, einem Restaurant mit deutschen und schweizerischen Speisen. Für uns hieß das Schnitzel und Schweinebraten mit Semmelknödel und Rotkohl. Die Portionen waren sehr groß und gar nicht mal so teuer. Umgerechnet 4 Euro für ein super leckeres Riesenschnitzel mit Pommes – da kann man nicht meckern. Satt und glücklich gingen wir zum Hotel zurück und verbrachten den restlichen Tag bei Würfelspielen, Lesen, surfen und Kreuzworträtseln.
Morgen geht die Reise weiter ins 9 Stunden westlich gelegene Bangkok. Wir verlassen ein armes, aber sehr interessantes Land. Siem Reap und die Anlagen von Angkor haben uns hier am besten gefallen, dennoch sind wir froh nun langsam Richtung Ferieninsel Koh Samui aufzubrechen.
Unten noch eine kleine Bildserie der Schlangengeschichte sowie eine kambodschanische Tankstelle. Zwei Fässer mit Benzin und Super sowie einer Pumpfunktion. Ein anderes Bild zeigt ein Verkehrsschild – mit einem Rentier/Hirsch drauf. Auf die Frage ob es diese Tiere hier gebe, meinte unser Tuktukfahrer, dass dies als Warnung für Affen diene, aber es eben kein „Vorsicht, Affen“-Straßenschild gibt, also nahm man das Wildtier.




Die lebende Schlange:


Kind sieht Schlange:


Kind sucht Stock:


Kind tötet Schlange:


Schlange tot:

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