Saigon zeichnet sich durch seinen extremen Verkehr aus. Die schätzungsweise 8 Mio. Einwohner bewegen sich auf 3 Mio. Mopeds durch die quirlige Stadt. Wie in kaum einer anderen asiatischen Stadt brausen hier Unmengen von Mopeds an jeder Kreuzung und jede Straßenüberquerung gleicht einem Selbstmord (siehe Video). Rote Ampeln werden hier immerhin größtenteils wahrgenommen, nicht wie in den anderen Städten . Dennoch steht Vietnam mit seinen 12.000 Verkehrstoten pro Jahr an der Weltspitze bei den Unfällen. Hoffen wir mal das wir die letzten 3 Stunden zur kambodschanischen Grenze auch noch gesund hinter uns bringen. Auch die Gehwege sind für alle da, nur nicht für die Fußgänger. Sie werden als Parkplatz, Garküche, Buchladen, Müllhalde, Schlafplatz und Ersatzfahrbahn (siehe Foto) genutzt. Der Fußgänger allerdings ist nicht gern gesehen.
Am ersten morgen in Saigon haben wir uns erst mal eine Massage bei einer Blindeneinrichtung gegönnt. Eine Stunde später und 2 Euro ärmer bummelten wir gemütlich durch die Straßen der alten südvietnamesischen Hauptstadt, ehe um 15uhr ein besonderer Termin auf dem Programm stand. Da ich vor 2 Wochen im Facebook erfahren habe, das meine alte Grundschul- und Gymnasialklassenkameradin Sarah-Luisa ebenfalls in Saigon ist, verabredeten wir uns mit ihr und ihrem Freund vor dem Unabhängigkeitspalast. Es ist schon lustig sich tausende Kilometer von der Heimat zu treffen obwohl man daheim nur 2 Fußminuten auseinander wohnt. Der Palast an sich ist recht langweilig. Große Räume, ein paar Stühle und ein paar Büsten vom ach so tollen Ho Chi Minh, der die Vietnamesen die Freiheit gab und die bösen Amerikaner verscheuchte. Anschließend gingen wir noch lecker essen. Da ihr Freund Vietnamese ist, erhielten wir einen anderen Einblick in die vietnamesische Kultur. Am nächsten Tag trafen wir uns noch mal um uns das Kriegsmuseum anzugucken. Die sehr einseitige Darstellung des Krieges zeigte viele schlimme Bilder und Geschichten des Krieges. Natürlich haben nur die Amerikaner böse Dinge getan, der Vietcong war überhaupt nicht Grausam zu seinen Gefangenen, wenn man dem Museum glauben mag.
Abends ist Saigon ein großes Lichtermeer. Die Bäume sind mit kitschigen Lichterketten behangen, die Parks leuchten bunt und die Millionen Mopeds unterstützten die Lichter mit ihren Scheinwerfern und geben durch das Gehupe ihre Akustik hinzu.
Wir fanden in der Stadt eine deutsche Bäckerei bei der wir uns mit leckeren Nussecken und Hefezopf verwöhnten. Damit der Schokobedarf dann auch wieder völlig gedeckt wird, gingen wir noch in einen Donut-Laden mit einer großen Auswahl an ausgefallenen Donuts. Super lecker und fürs Auge eine Wohltat.
Dienstag morgen um 8.30 geht es dann in die kambodschanische Hauptstadt Phnom Penh. Die drei Wochen in Vietnam waren sehr schön und wir werden sicherlich irgendwann wieder kommen. Wir hätten es auch noch länger in Saigon ausgehalten. Die Stadt ist trotz ihrer Größe und Verkehrs sehr reizvoll und absolut nicht so nervig wie Bangkok.
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