Mittwoch, 22. September 2010

Tempeltour

Am Montag stand nur ein Punkt auf dem Tagesplan: Busfahren. Um 7Uhr wurden wir bereits vom Hotel abgeholt und kurze Zeit später saßen wir im Bus Richtung Phnom Penh. Hier mussten wir am Mittag in einen anderen Bus umsteigen, der uns nach Siem Reap brachte. Wir hätten auch einen direkten Nachtbus nehmen können, aber nach unseren bisherigen Erfahrungen sind normale Busse wesentlich bequemer und in einem Hotelbett schläft es sich auch einfach besser. Zudem kann man sich am Tag die Zeit damit vertreiben, aus dem Fenster zu sehen und die Landschaft zu genießen. In den kambodschanischen Bussen wird man jedoch auch auf andere Art und Weise unterhalten: Karaoke! Die gesamte Fahrt über legen die Busbegleiter eine Karaoke-CD nach der anderen ein. Diese sind jedoch nicht mit „westlicher“ Musik bespielt, sondern ausschließlich mit Khmer-Gedudel. Die Inhalte der Viedos umfassen entweder traditionellen Khmer-Tanz oder eine Lovestory, in der immer ein Mädel rumheult. Ach ja, mitsingen tut nie jemand, auch nicht die einheimischen Fahrgäste ;). Für die 420 Km brauchten wir nur 10 Stunden – ganze 42 km/h im Schnitt!
Gegen 18.30 Uhr kamen wir dann in Siem Reap an und wurden vom Tuk Tuk Fahrer Plet, dessen Dienste Sascha bereits im letzten Jahr in Anspruch genommen hat, freudig begrüßt. Dieser brachte uns in Gästehaus wo wir nach dem Essen müde ins Bett fielen.
Gestern ging dann die Besichtigung der größten Tempelanlage der Welt los. Zuerst ging es zum berühmten Tempel Angkor War. Mit seinen fünf Türmen und dem großen Wassergraben ist der Tempel das Wahrzeichen Kambodschas. Die Tempel um das Angkor Areal wurdne zwischen dem 9. Jahrhundert und dem 13. Jahrhundert gebaut. Im 13. Jahrhundert hatte Angkor eine Fläche von ugf. 400 km² und war damit eine der weltweit größten Städte der damaligen Zeit. In und um den Tempel herum tümmeln sich viele Affen, die sich an den Massentourismus gewöhnt haben und dementsprechend nicht scheu sind.
Sehr interessant waren zudem noch die Tempelanlageben Bayon und Ta Phrom. In Bayon sind eine Menge großer Gesichter in den Steinen der Anlage gemeisselt, Ta Phrom ist bekannt durch seine Bäume, welche rieisige Wurzelartige Stränge um die Anlage schlingen und so viele Bauwerke zerstören. Hier wurde unter anderem auch der Film Tomb Raider gedreht. So verging der Tag in den Tempeln und der Schweiß floss nur so den Körper runter. Heute bekamen wir als Geschenk noch einen neuen persönlichen Rekord zu Gesicht: sechs Menschen auf einem Moped. Davon allerdings fünf Kinder. Dennoch, eine wahre Leistung. Unser bisheriger Höchstfang waren entweder vier Erwachsene auf einem Roller oder zwei Erwachsene mit drei Kindern. So lassen sich ganze Familienausflüge mit nur einem Zweirad realisieren.

Achja: Seite 1 des „Cambodian Daily“ vom Montag – Die Eröffnung des Müncher Oktoberfestes. DER HAUPTARTIKEL! Ganz groß vorne drauf ein Kettenkarusell :-)


Sonntag, 19. September 2010

Keine Entspannung am Strand

Als wir am Donnerstag von Phnom Penh aufbrachen, lagen zwischen uns und dem Strand nur 4 Stunden Busfahrt. Vorbei an etlichen Reisfeldern und kleinen Dörfern kamen wir gegen 12uhr in Sihanoukville an, der Badeort schlecht hin in Kambodscha. Unsere hohen Erwartungen wurden allerdings schon recht früh widerlegt. Der Ort an sich ist relativ klein, die Touristenbereiche sehr dürftig und irgendwie haben wir uns die ganze Strandgegend ein wenig anders vorgestellt. Es gibt selbstverständlich ein paar Hotels und Gästehäuser, doch ist der Ort noch nicht so stark besucht wie wir annahmen und auch die Größe an Infrastruktureinrichtungen ist sehr überschaubar. Palmen sucht man vergeblich am Strand. Außer vielem Feinsand und eine ungeheure Menge an bettelnden Kindern bietet der Strand relativ wenig. Wir haben uns einfach mehr von einem Ort vorgestellt, der als „die Badegegend schlechthin“ ausgeschrieben ist. Deshalb gibt es auch nur ein Foto vom Strand.
Die meiste Zeit des viertägigen Aufenthalts haben wir dennoch am Strand verbracht, auch wenn dies nicht unbedingt mit Ruhe und Entspannung verbunden war. Durchschnittlich kam alle 10 Minuten jemand vorbei, der etwas von uns wollte. Beispielsweise Kinder, die Armbänder oder Früchte verkaufen wollten oder unsere leergetrunkenen Coladosen einsammelten. Oder Frauen, die Massagen, Maniküre/Pediküre und Enthaarungen anboten. Das traurigste waren aber die Bettler, die uns ihre Mützen für eine kleine Spende hinhielten. Diese waren fast immer irgendwie verkrüppelt, z.B. fehlten ihnen ein oder beide Beine. Diese armen Menschen haben stets ein beklemmendes Gefühl in uns ausgelöst. Man fühlt sich automatisch als „reicher“ Westler, der über diesen Menschen steht. Noch nie wurde mir der Unterschied zwischen arm und reich so deutlich. Da wir allerdings in mehreren Broschüren gelesen haben, dass man den Kindern nichts abkaufen oder spendieren soll, haben wir das auch nicht getan. Denn wenn die Kinder als Strandverkäufer „Erfolg“ haben, besuchen sie die Schule kaum oder gar nicht mehr, da das bisschen verdiente Geld in ihren Augen mehr wert ist als Bildung. Bildung ist in Ländern der Dritten Welt jedoch der Schlüssel um aus der Armut auszubrechen.
Dennoch gab es heute eine ganz lustige Begebenheit mit einem Jungen, der Armbänder verkaufte. Er kam zu meiner Liege und sprach mich mit „Madame white skin“ an, was Sascha besonders lustig fand. Ich finds eher erschreckend, dass ich nach mittlerweile fünf Wochen Südostasien wohl immer noch ziemlich weiß aussehe ;)

BILDER FOLGEN IN KÜRZE, DAS INTERNET IST HIER NICHT SCHNELL GENUG.

Mittwoch, 15. September 2010

Orte des Grauens

Am Dienstagmittag sind wir in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh angekommen. Schon während der Fahrt auf der Fähre über den Mekong bekamen wir die ersten Eindrücke über die Armut zu sehen. Halbnackte Kinder klopften an die Scheibe, schauten durch und bettelten um Essen und Nahrungsmittel. Jule musste fast weinen beim Anblick der kleinen hungernden Geschöpfe. In der Hauptstadt selbst sieht man auch, dass die Bewohner um einiges ärmer sind als in der vietnamesischen Metropole Saigon. Da es sehr dreckig ist, es viel regnete und wir ein wenig müde waren, gingen wir am späten Nachmittag nur für einen kleinen Spaziergang herum. Auffallend ist hier vor allem die öffentlich deutlich sichtbare Prostitution. In den Bars und Cafés sitzen junge und alte westliche Touristen mit gestylten jungen Kambodschanerinnen, im Supermarkt vor uns steht ein junges Ding mit nicht mehr als einem breiten Gürtel und einem engen kleinen Top bekleidet, ihr Ausschnitt grüßt die halbe Welt. Das Personal der vielen Massagesalons (in jeder Straße 2-4 Stück) sieht weniger physiotherapeutisch geschult aus, dafür zeigen alle ihren Bauchnabel und die langen Beine. Der Autor unseres Reiseführers sah dies wohl ähnlich: „Viele Massagesalons sind gleichzeitig Bordelle“. Wir wussten bereits vor Ankunft, dass in Kambodscha die Prostitution ein großer Markt ist, aber dass es so heftig ist hätten wir nicht gedacht. Schon direkt nach der vietnamesischen Grenze gab es ein „Casino Hotel“ nach dem anderen. In Vietnam sind Casinos und käufliche Liebe strikt verboten, daher nutzen viele den Ausflug ins Nachbarland um das Königsreich finanziell zu unterstützen.
Den zweiten Tag in der Millionenstadt nutzen wir für einen Ausflug in die kambodschanische Geschichte. Wer Kambodscha bereist, sollte sich darauf gefasst machen, dass kein Tag vergehen wird, an dem ihn nichts an die Tragödie dieses Landes erinnert. An die Jahre 1975-79, in denen Pol Pot, ein mörderischer Psychopath, und seine Gefolgschaft, die mörderischen Khmer Rouge, über 1,5 Millionen ihrer Landleute vernichteten. Die Idee: den „Neuen Menschen“ erschaffen. Der nie zur Welt kam. Die gesamte Intelligenz wurde binnen weniger Tage ausgerottet, alle Brillenträger (Zeichen für Intelligenz !) sofort ermordet. Bibliotheken und Universitäten niedergebrannt oder zu Folter- und Gefängniskammern umfunktioniert. Der neue Mensch solle ein Bauer sein, der Rekordernten einfährt. Die Hauptstadt Phnom Penh war innerhalb weniger Tage eine Geisterstadt. Dennoch liest man in der Krankenakte des Landes auch westliche Länder. Denn längst hatten westliche und nichtwestliche Kräfte das Land zum Stellvertreterkrieg bestimmt. Die ersten fünfzehn Jahren nach der Unabhängigkeit von Frankreich (1953) dümpelt das Königreich vor sich hin. Ende der sechziger Jahre beschließen der amerikanische Präsident Nixon und sein Sicherheitsberater Kissinger – später Träger des Friedensnobelpreises (!!) – acht Milliarden Dollar in das Land zu investieren. In Form von 540.000 Tonnen Bomben, die nachtschwarze B-52 Bomber im Grenzgebiet zu Vietnam abladen, um die Nachschubbasen des Vietcong wegzublasen. Die blieben, dafür pflasterten Hunderttausende tote Kambodschaner die Friedensmission. Mit Hilfe der Amerikaner kam General Lon Nol an die Macht und es brach ein Bürgerkrieg aus. Die Bauern schlossen sich den roten Khmer an, Lon Nol verliert die Kontrolle über seine Truppen und geht ins Exil (USA). Am 17. April 1975 marschieren die roten Khmer in Phnom Penh ein. Drei Jahre, acht Monate und zwanzig Tage Hölle nehmen ihren Anfang.
Unser Tuktukfahrer fuhr uns ins Genozidmuseum „Toul Sleng“, eine ehemalige Schule, die von den Khmer Rouge zum effizientesten Folterzentrum des Landes ausgebaut wurde. Mitten in der Hauptstadt. Heute dient es als Museum, als Aufklärungsstätte über das Leid, das diesem Volk zugefügt wurde. Von den knapp 18.000 (!) Insassen – Männer, Frauen, Kinder – haben 7 überlebt. Eine Reihe von Klassenzimmern wurde 1975 in winzige Einzelzellen unterteilt, zwei Meter lang, einen Meter breit, alle fensterlos, nicht ein Möbel. Die Balkone auf jedem Stockwerk sind mit Stacheldraht vergittert, um jeden Selbstmordversuch der Todeskandidaten zu verhindern. In anderen Räumen sind Gemälde, die verschiedene Folterszenen darstellen: mit Zangen Brustwarzen wegreißen, Würmer in offene Wunden legen, Köpfe durch giftige Laugen schleifen, Gedärme aufschlitzen, ins Koma prügeln, Babys in die Luft werfen und mit dem Bajonett aufspießen. Andere Wände hängen voller Fotos der Opfer. Andere Zimmer sind nahezu leer, man lies sie so verwahrlost, wie sie am Ende des Grauens vorgefunden wurden, ein rostiges Bettgestell, ein Blecheimer für die Notdurft, die eisernen Fußfesseln. Jeweils ein Foto befindet sich an den Wänden jedes Zimmers, gemacht von den vietnamesischen Militärfotographen nach der Befreiung Phnom Penhs. Die teils unscharfen Fotos zeigen die Grausamkeit der damaligen Zeit. Man sieht einen Menschen in bizarr gekrümmter Stellung auf dem Bett liegen, er schwimmt im Blut.
Nach dem Museumsbesuch fuhren wir 15km hinaus aus der Stadt – auf die „Killing Fields“. Hier wurde die Bevölkerung gezwungen ihre Massengräber auszuheben, um direkt danach in selbigen ihre letzte Ruhe zu finden. 89 der über 120 Massengräber wurden ausgehoben. Die Leichen aus den Massengräbern (teilweise 450 Menschen) wurden exhumiert. Die Knochen und Köpfe sind in einem riesigen Schrein ausgestellt. Die restlichen Gräber sind nicht ausgehoben. Man läuft um sie herum und sieht auf dem Boden vor sich überall Stofffetzen, die durch den Regen freigedeckt werden. Es handelt sich um die Kleidung der Opfer.
Danach ging es wieder zurück in die Stadt. Gestern sahen wir manchmal Affen über die Dächer und Bäume springen oder an den Strommasten herumklettern, heute bekamen wir noch keine zu Gesicht, dafür aber Sam Bo, einen Elefanten, der einen für kleines Entgeld um den Wat Phnom (Ein Kloster innerhalb eines großen Kreisverkehres) herum trägt.
Morgen geht’s dann ins 4 Stunden südlich gelegene Sihanoukville um die kommenden 4 Tage am Strand zu verbringen. Viel haben wir von Phnom Penh nicht gesehen, aber das stört nicht, denn uns gefällt es nicht sonderlich hier. Oft bettelnde Kinder, viel Prostitution, hektische Straßen und grimmig herein guckende Menschen. Ganz sicher scheint es hier auch nicht zu sein, an manchen Bäumen werben Bodyguards um ihre Sicherheit. Was bleibt noch zu erwähnen? Im Supermarkt kann man ekelige Dinge kaufen. Vom Schweinehirn bis Hühnerherzen, alles dabei! Unser Puls ging auch manchmal in die Höhe, erst recht wenn unser Tuktukfahrer meint, den Kreisverkehr in die entgegengesetzte Richtung zu befahren. Oder einfach mal ein großes Stück auf der Gegenfahrbahn herum zu düsen.


Dienstag, 14. September 2010

Wiedersehen in Saigon

Am Samstag ging es weiter nach Ho Chi Minh City bzw. Saigon. Nach endlosen Saus stadteinwärts kamen wir gegen 19Uhr endlich an und wurden sofort von der Nichte unserer Gästehausbesitzerin in Empfang genommen. Sie führte uns zum Gästehaus, das sehr zentral, aber ziemlich versteckt in einer kleinen Gasse liegt. Unsere neue Bleibe unterscheidet sich von allen, die wir bisher beehrt haben, denn das Gästehaus ist eigentlich das Wohnhaus von Mrs Long und ihrem Mann, die zwei der Zimmer zu Gästezimmer umgebaut haben, nachdem sie in Rente gingen. Betritt man das Haus, steht man sofort in der Küche, so wie es hier sehr typisch ist. Dies ist auch der einzige Raum im Erdgeschoss, denn die meisten Häuser sind sehr schmal, dafür aber recht hoch gebaut. Mrs Long ist extrem liebenswürdig und knuffig! Wenn wir könnten würden wir sie gerne nachhause mitnehmen, aber im Gepäck ist klein Platz mehr, leider. Die Bäder hier sind trotzdem typisch asiatisch. Der Duschkopf befindet sich direkt über der Toilettenschüssel. Folglich könnte man theoretisch aufs Klo gehen und dabei duschen. Irgendwie komisch.
Saigon zeichnet sich durch seinen extremen Verkehr aus. Die schätzungsweise 8 Mio. Einwohner bewegen sich auf 3 Mio. Mopeds durch die quirlige Stadt. Wie in kaum einer anderen asiatischen Stadt brausen hier Unmengen von Mopeds an jeder Kreuzung und jede Straßenüberquerung gleicht einem Selbstmord (siehe Video). Rote Ampeln werden hier immerhin größtenteils wahrgenommen, nicht wie in den anderen Städten . Dennoch steht Vietnam mit seinen 12.000 Verkehrstoten pro Jahr an der Weltspitze bei den Unfällen. Hoffen wir mal das wir die letzten 3 Stunden zur kambodschanischen Grenze auch noch gesund hinter uns bringen. Auch die Gehwege sind für alle da, nur nicht für die Fußgänger. Sie werden als Parkplatz, Garküche, Buchladen, Müllhalde, Schlafplatz und Ersatzfahrbahn (siehe Foto) genutzt. Der Fußgänger allerdings ist nicht gern gesehen.
Am ersten morgen in Saigon haben wir uns erst mal eine Massage bei einer Blindeneinrichtung gegönnt. Eine Stunde später und 2 Euro ärmer bummelten wir gemütlich durch die Straßen der alten südvietnamesischen Hauptstadt, ehe um 15uhr ein besonderer Termin auf dem Programm stand. Da ich vor 2 Wochen im Facebook erfahren habe, das meine alte Grundschul- und Gymnasialklassenkameradin Sarah-Luisa ebenfalls in Saigon ist, verabredeten wir uns mit ihr und ihrem Freund vor dem Unabhängigkeitspalast. Es ist schon lustig sich tausende Kilometer von der Heimat zu treffen obwohl man daheim nur 2 Fußminuten auseinander wohnt. Der Palast an sich ist recht langweilig. Große Räume, ein paar Stühle und ein paar Büsten vom ach so tollen Ho Chi Minh, der die Vietnamesen die Freiheit gab und die bösen Amerikaner verscheuchte. Anschließend gingen wir noch lecker essen. Da ihr Freund Vietnamese ist, erhielten wir einen anderen Einblick in die vietnamesische Kultur. Am nächsten Tag trafen wir uns noch mal um uns das Kriegsmuseum anzugucken. Die sehr einseitige Darstellung des Krieges zeigte viele schlimme Bilder und Geschichten des Krieges. Natürlich haben nur die Amerikaner böse Dinge getan, der Vietcong war überhaupt nicht Grausam zu seinen Gefangenen, wenn man dem Museum glauben mag.
Abends ist Saigon ein großes Lichtermeer. Die Bäume sind mit kitschigen Lichterketten behangen, die Parks leuchten bunt und die Millionen Mopeds unterstützten die Lichter mit ihren Scheinwerfern und geben durch das Gehupe ihre Akustik hinzu.
Wir fanden in der Stadt eine deutsche Bäckerei bei der wir uns mit leckeren Nussecken und Hefezopf verwöhnten. Damit der Schokobedarf dann auch wieder völlig gedeckt wird, gingen wir noch in einen Donut-Laden mit einer großen Auswahl an ausgefallenen Donuts. Super lecker und fürs Auge eine Wohltat.
Dienstag morgen um 8.30 geht es dann in die kambodschanische Hauptstadt Phnom Penh. Die drei Wochen in Vietnam waren sehr schön und wir werden sicherlich irgendwann wieder kommen. Wir hätten es auch noch länger in Saigon ausgehalten. Die Stadt ist trotz ihrer Größe und Verkehrs sehr reizvoll und absolut nicht so nervig wie Bangkok.

Freitag, 10. September 2010

Der doppelte Schock

Der große Schreck am Mittwoch Abend: Beim Zähneputzen guckte mich eine große Spinne von der Decke an. Umgehend wurde die Hotelrezeption gerufen um das Scheusal töten oder zumindest abtransportieren zu lassen. Die kleine Asiatin an der Theke bewaffnete sich mit einem Besen und einer Zange und legte engagiert los – nachdem sie über die zierlich kleine Spinne lachte. Sie rechnete mit was viel Größerem. Keine Ahnung wie groß die Tiere hier noch werden können, aber als das Monster beseitigt war, konnten wir die kurze Nacht ruhig verbringen. Denn um 4.30 holte uns ein Jeep ab um uns zu den großen Sanddünen zu befördern. Die Fahrt war sehr holprig (die Schlaglöcher reifengroß) und dauerte ne knappe halbe Stunde. Als einer der wenigen Touristen waren wir mit an die ersten die sich auf der höchsten Düne niederließen und den Sonnenaufgang beobachteten. Danach ging es wieder zurück zum Jeep zu einer weiteren Dünenlandschaft. Die Landschaft ähnelt einer Sandwüste, die Temperaturen waren aber angemessen. Anschließend besichtigten wir noch einen Roten Canyon, eine Art mini Grand Canyon, ca. 6 Meter hoch. Auf dem Heimweg dann der nächste Schock: Die Speicherkarte der Kamera ist auf einmal defekt. Vom einen auf den anderen Moment – ohne Grund. Rettung ausgeschlossen. Alle Bilder weg. Sehr sehr ärgerlich! Die Karte kann ich nun weg werfen. Nach einer Krisensitzung entschlossen wir uns die fast selbe Tour noch einmal zu machen. Wir brauchen diese schönen Bilder! Deshalb ging es heute morgen um 4.30 wieder los. Wieder das fast gleiche Programm. Diesmal mit den viel kleineren Speicherkarten die ich noch von meiner Weltreise im Gepäck hatte. Zum Glueck habe ich am Vortag alle bisher gemachten Bilder aufm einem Netbook gespeichert. Die restliche Zeit der beiden Tage verbrachten wir auf der Liege am Pool und entspannten bei Büchern und Kreuzworträtseln. Mein drittes Buch ist nun zuende gelesen, der Lesestoff geht langsam aus. Morgen Vormittag geht’s dann in die 5 Stunden entfernte Millionenstadt Ho Chi Minh Stadt alias Saigon.

Sascha